Timhaller

Talent mit blühender Zukunft

TIM HALLER LÄSST SICH DURCH NICHTS STOPPEN –                                           

Deutscher Vizemeister im Badminton kommt aus Buxtehude

Von Tim Scholz

BUXTEHUDE. Damit hätte Tim Haller nicht gerechnet. Der Buxtehuder wurde vergangenes Wochenende deutscher Vizemeister im Badminton, bei den Meisterschaften für Menschen

mit Behinderung in Laatzen bei Hannover.

Der 15-jährige Jugendspieler des Buxtehuder SV trat in der Klasse der so genannten “Fußgänger” gegen acht Kleinwüchsige, Amputierte, Gelähmte und Spastiker an.

Selber ist Haller von Geburt an rechtsseitig gelähmt. 

Stolz präsentiert Mutter Rose-Mary Haller Aufnahmen von den Meisterschaften auf dem Laptop. “Eine absolut geile und familiäre Veranstaltung”, sagt sie. Ihr Sohn fand just einen Doppelpartner. Mit Jan-Niklas Pott vom TSV Altenholz, den ein verkürzter Fuß einschränkt, schlug Haller beide Frauen-Teams. Lediglich im Finale unterlagen sie Michael Benthele und Europameister Peter Schnitzler.

Haller ist nicht enttäuscht: “Mir ging es vor allem darum, Erfahrung zu sammeln. Platz zwei ist toll.” Ihm zufolge hätte das Duo nach kurzzeitiger Führung die Partie zu selbstsicher fortgeführt. Hündin Aya hat ihre Funktion als Maskottchen gänzlich erfüllt.

Dass die Begegnungen auf einem kompletten Feld ausgetragen wurden, stellte sich für Tim Haller nicht als Nachteil heraus, wie seine Mutter zunächst befürchtet hatte. Aufgrund der geringen Teilnehmerzahl mussten alle Behinderten – bis auf die Rollstuhlfahrer – in einer Klasse spielen. Nebensache für Tim Haller: “Es war mein größter Wunsch, an solch einem Turnier teilzunehmen.” Vor drei Monaten stieß Rose-Mary Haller im Internet auf die Ausschreibung des Rollstuhl  Sportverbandes, meldete ihren Sohn wenig später an. “Dass es so schnell und einfach ging, hätte ich nicht erwartet”, freut sich die Mutter. Nach einem ärztlichen Test durfte Tim Haller Badminton spielen.

Im BSV schlägt er seit vier Jahren Federbälle, trainiert zweimal wöchentlich mit anderen Kindern und Jugendlichen. “Manchmal bekommen wir ihn nicht aus der Halle”, so Rose-Mary Haller.

Ihr sportbegeisterter Sohn spielt zurzeit nur noch freizeitlich Fußball. Mit Vereinsfußball und Floorball hat er aufgehört. “Das war sehr anstrengend neben Schule untd Therapie”, sagt Integrationsschüler Tim Haller, der die neunte Klasse der Hauptschule Süd besucht.

“Mit seiner Behinderung kommt er gut zurecht”, erzählt Rose-Mary Haller. Statt mit der gewohnten rechten Hand führt er den Schläger mit der linken. Laatzen soll nur der Anfang gewesen sein. “Nun wollen wir ihn allmählich an die größeren Wettbewerbe heranführen”, sagt Rose-Mary Haller.

Im Juni wird er an einem internationalen Turnier für Behinderte in Dortmund teilnehmen.

In Planung ist auch die Teilnahme an den Weltmeisterschaften. “Dafür suchen wir noch Sponsoren”, so Tim Haller. Verfolgt er weiterhin seine Ziele anbitioniert, blühe ihm eine rosige Zukunft, wie ihm sogar Europameister Schnitzler und Weltmeister Pascal Wolter in Laatzen in Aussicht stellten.

 

(erschienen im Buxtehuder Tageblatt)

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