Leichtathleten erfolgreich bei Deutschen und Norddeutschen Meisterschaften

Gleich neun BSVer bei Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in Bochum

Das für die Studenten-Weltmeisterschaften im letzten Jahr frisch renovierte Lohrheidestadion in Bochum-Wattenscheid war in diesem Jahr Austragungsstätte der Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften der Altersklassen U16, U18 und U20 vom 3. – 5. Juli. Mit dabei waren gleich 9 Athletinnen und Athleten des Buxtehuder SV. Dabei konnten sich Luzie Knebel (U18) als Fünfte über 1500 m, Clara Passauer (U16) als Siebte bzw. Achte über 300 m Hürden und im Speerwerfen sowie Liam Timm (U16) als Zehnter über 3000 m unter den Top 10 der deutschen Nachwuchsathleten platzieren.

Für Luzie ging es am ersten Wettkampftag zunächst darum, sich für den Endlauf zu qualifizieren. In zwei Vorläufen mit jeweils 10 Läuferinnen qualifizierten sich die sechs Erstplatzierten für den Endlauf am nächsten Tag. In beiden Vorläufen wurden die ersten 1000 Meter extrem langsam gelaufen, da alle Läuferinnen auf ihre Spurtstärke vertrauten. 500 m vor dem Ziel wollte sich Luzie aber nicht darauf verlassen und setzte zu einem langgezogenen Spurt an. Sie setzte sich weit vor dem übrigen Feld ab, lief die letzte Runde in 65 Sekunden und qualifizierte sich als Vorlauferste für den Endlauf. Im Endlauf gab es einen ähnlichen Rennverlauf. Dieses Mal ergriff die hohe Favoritin und spätere Deutsche Meisterin Mila Klein aus Berlin die Initiative. Luzie und zwei weitere Athletinnen konnten ihr zunächst folgen, doch die Abstände unter den führenden Läuferinnen wurden immer größer. Auf der Gegengeraden schob sich Luzie noch einmal auf Platz 3 vor, wurde schnell aber wieder auf Platz 4 verdrängt. Auf der Zielgeraden wurden ihre Beine infolge der hohen Belastung am Vortag aber immer schwerer. Letztlich lief sie dann als Fünfte über die Ziellinie und war zweitbeste Läuferin des jüngeren Jahrgangs der Altersklasse U18. Nach Platz 6 im Vorjahr über 3000 m in der Altersklasse U16 war diese Platzierung ein weiterer Schritt nach vorne Richtung Medaillenplatz.

Clara hatte in gleich vier Disziplinen die Qualifikationsleistungen für die Titelkämpfe in der Altersklasse U16 erbracht, verzichtete aber auf die Teilnahme im Dreisprung und über 80 m Hürden. Die Konzentration auf die 300 m Hürden und das Speerwerfen zahlte sich aber aus. Im ersten von 5 Vorläufen über 300 m Hürden lief sie in 46,04 s als Erste über die Ziellinie. Damit war sie direkt für den A-Endlauf qualifiziert. Im Endlauf startete sie auf Bahn 3 und hatte die Favoritin des Laufes auf Bahn 4 direkt vor sich. Diese stürzte aber nach 150 m und fiel dabei in Claras Laufbahn. Clara musste kurz abbremsen und ausweichen. Dadurch war ihr Rhythmus für den Lauf zwischen den Hürden gestört. Sie kam letztlich in 46,13 s als Siebtplatzierte der DM ins Ziel. Ohne den Zwischenfall wäre wohl Platz 5 oder 6 möglich gewesen. Auf die Endlaufteilnahme über die Hürden hatte Clara insgeheim gehofft, die Qualifikation für den Endkampf der acht besten Speerwerferinnen war dann doch eine positive Überraschung. Bei den drei Versuchen des Vorkampfes konnte sie sich von Wurf zu Wurf steigern und gelangte als Achte mit 37,24 m in den Endkampf. Bei den drei weiteren Versuchen konnte sie sich nicht weiter steigern. Eine weitere Platzierung unter den acht besten Athletinnen Deutschlands war damit aber unter Dach und Fach.

Gleich 31 Teilnehmer wurden gemeinsam auf die 3000 m Strecke bei den U16 Jungen geschickt. Unter ihnen Liam Timm vom BSV, der als Zwölfter der Meldeliste geführt wurde. Der erste Kilometer wurde recht langsam gelaufen, zudem hing Liam relativ weit hinten im Läuferfeld fest. In den letzten beiden Runden zeigte er aber ein ganz starkes Rennen, machte Platz um Platz gut und lief als Zehnter über die Ziellinie. Trotz des gemäßigten Anfangstempo verbesserte er sogar noch seine persönliche Bestleistung auf 9:38,08 min.

Für drei weitere Buxtehuder U16 Athleten aus der Laufgruppe galt es erstmalig auf ganz großer Bühne zu bestehen. Alle machten ihre Sache sehr gut, konnten sich zwar nicht ganz vorne platzieren, liefen aber über ihre Strecken so schnell wie nie zuvor. Mats Finger ging die ersten 400 m im 800 m Vorlauf mit 61 Sekunden langsamer als geplant an und ging als Vorletzter auf die Schlussrunde.  Zwischen 500 m und 700 m kämpfte er sich immer weiter nach vorne und lag eingangs der Zielgeraden auf Platz 5. Auf der Zielgeraden konnte er aber nicht mehr zulegen und fiel wieder zurück. Die Uhr blieb für ihn bei 2:04,16 min und neuer Bestzeit stehen. Für die Endlaufteilnahme hätte er 1,2 Sekunden schneller sein müssen.

Emma Eichner (U 18) hatte sich über 400 m Hürden für diese Meisterschaften qualifiziert. Eine Endlaufteilnahme lag für sie nicht im Bereich des Möglichen, vielmehr ging es darum weitere Erfahrungen auf nationaler Ebene zu sammeln. Als Sechste des ersten Vorlaufes kam sie mit 65,62 s zwar nicht an ihre Bestleistung heran, blieb aber ein weiteres Mal unter der Norm für diese Meisterschaften.

Benjamin Mikolaiczyk und Lasse Jentsch hatten sich über 1500 m Hindernis für die DM qualifizieren können und gingen beide im ersten Zeitlauf an den Start. Beide liefen zunächst im Vorderfeld mit, verloren dann aber im weiteren Verlauf des Rennens den Anschluss an die Spitzengruppe. Lasse kam dann knapp vor Benjamin ins Ziel, für den 4:53,56 min gestoppt wurden, was persönliche Bestzeit bedeutete. Auch Lasse wäre dies gelungen, leider wurde er aber wegen Verlassens der Laufbahn nach innen disqualifiziert.

Gehandicapt mussten die beiden U 20 Athleten Leon Scheffer und Simon Rödenbeck den Wettkampf aufnehmen. Leon plagten muskuläre Verspannungen und Rückenschmerzen, war aber nicht zu einem Startverzicht zu bewegen. Verkrampft laufend verlor er über 400 m auf Bahn 2 startend früh den Kontakt zu den Konkurrenten vor ihm. Am Ende musste er sich mit 51,54 s begnügen. Simon konnte in den letzten Wochen infolge von Verletzungsproblemen wenig trainieren und verzichtete auf einen Start über 400 m. Dafür ging er über 400 m Hürden und 200 m an den Start. Nach couragierten ersten 250 m verließen ihn zum Ende hin die Kräfte und er musste sich mit 57,77 s zufriedengeben. Über 200 m ging er auf der ungünstigen Innenbahn ins Rennen, was immer ein wenig Zeit kostet. Daher sind seine 22,52 s im Vergleich zur Bestzeit von 22,39 s relativ hoch einzuschätzen.

Norddeutsche Meisterschaften U 18 sowie Männer und Frauen in Bremen

Für die Altersklassen U 18 sowie Männer und Frauen fanden die Norddeutschen Meisterschaften in Bremen statt. Hier war der Buxtehuder SV mit sieben Athletinnen und Athleten vertreten. Mit Luzie Knebel (U 18) über 1500 m und Jolea Langhoff im Speerwerfen der Frauen gab es zwei Meistertitel zu feiern. Nach taktisch geprägtem Rennen auf den ersten 1000 m bei 32 Grad, setzte sich Luzie mit einer Tempoverschärfung an die Spitze des Feldes. 300 m vor dem Ziel zog sie ihren Endspurt an und siegte mit 20 m Vorsprung in 4:50,21 min. Ebenfalls mit dabei war die U 16 Athletin Emily Messerschmidt, die in ihren zweiten 1500 m Lauf mit 5:24,59 min neue Bestzeit lief und Neunte wurde. Die Gunst der Stunde nutze Jolea Langhoff im Speerwerfen. Eigentlich wollte sie sich in diesem Jahr mehr auf die Sprintdisziplinen konzentrieren, fand aber bei den Hamburger Meisterschaften wieder Gefallen an der Wurfdisziplin. Gleich im ersten Versuch legte sie in Bremen 37,67 m vor und setzte sich an die Spitze. An dieser Weite biss sich die übrige Konkurrenz die Zähne aus, so dass Jolea völlig überraschend Norddeutsche Meisterin wurde.

Die sehr guten Bedingungen mit Sonne und noch zulässigem Rückenwind nutzen die Buxtehuder Sprinterinnen zu neuen Bestzeiten aus. Anna Ropers lief im Vorlauf der Frauen

12,54 s und konnte sich für die Zwischenläufe qualifizieren. Ebenfalls in der Frauenklasse gefiel Larissa Weber, die sich über 200 m auf 26,85 s steigerte und über 100 m in 13,04 s nahe an ihre Bestzeit herankam. In der Altersklasse U 18 wurde Amelie Fritsch endlich mit einem neuen persönlichen Rekord belohnt. Sie ist über 100 m nun bei 13,59 s angelangt.

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