Teilnehmer MSR 300 Von Links Nach Rechts Nell Heßelbach, Lars Groß, Stefan Gosau, Gunnar Meistring Und Henrik Müller

Bericht zur MSR Tour 2022

Gefühlte 4 Grad, starke Winde mit stürmischen Böen, Regenschauer und dann auch noch eine Langstrecke mit gut 300km bzw. 90km bei den Frauen. Das war unser „Abenteuer“ bei der diesjährigen Mecklenburger Seen Runde (MSR). Aber von vorn…. Im Spätsommer 2021, übrigens bei idealen Fahrradbedingungen, reifte der Gedanke an der Teilnahme während einer Trainingstour. Wir sprachen über unser Training, gemeinsame Erlebnisse und ob wir nicht für das Jahr 2022 auf ein Event hintrainieren wollen. Nun sind Jedermannrennen oft hektisch und dann doch ergebnisorientiert. Wir entschieden uns für eine Langstrecke ohne Renncharakter. Es gab aus unserer Sicht zwei passende Veranstaltungen: Vätternrundan in Schweden und die MSR mit dem Start/Ziel Neubrandenburg. Nach einigen Gesprächen in der Radsportgruppe wurde die MSR als Ziel für 2022 ausgerufen. Schnell fanden sich für die 300km vier Männer und eine Frau und für die 90km, übrigens nur für Frauen, hatten wir zwei Fahrerinnen. Ab Januar begann unser samstägliches Training. Die Gravelstrecken im Winter lagen zwischen 40km und 60km. Sobald das Wetter dankbarer wurde, wechselten wir auf die Rennräder. Hier beendeten wir die Vorbereitung (zusätzlich zum BSV Training) mit Touren zwischen 120km und gut 150km. Unser Starttag, 28.05.22 05:00 Uhr für die MSR 300 und 09:30h für die MSR 90 / endlich ging es los: Jeder, der schon an ähnlichen Veranstaltungen teilgenommen hat, kennt dieses tolle Gefühl, unter Gleichgesinnten im Startblock zu stehen und die Uhr zu fixieren >Freude pur< , gleichzeitig die schon tagelang anhaltende Nervosität àla „schaffe ich das wirklich“ und „hätte ich nicht doch mehr trainieren sollen??“ Egal, nun auch zu spät. Kurz noch ein letztes Abklatschen, um dann endlich loszurollen. Nach wenigen Kilometern kam der 1. zähe Anstieg. Dieser sorgte zumindest dafür, dass unsere Körper Wärme produzierten, was bei allen auch dringend nötig war. Kleiner Tipp für alle, die eine Langstrecke planen: Teilziele anpeilen (1. Pause, 50 Kilometer geschafft, 100km usw., kurzum, von Verpflegungsstation zu Verpflegungsstation denken). Nehmt euch die Zeit und genießt die Stimmung an den Pausenstationen. Bis ca. Kilometer 50 waren die Strecken MSR 300 und 90 identisch. Das gab Henrik und mir die Gelegenheit, unseren Partnerinnen vom Streckenverlauf zu berichten: „Ist der Wind stark? Ja, schon irgendwie…. Und die Anstiege? Auch irgendwie. Und sonst? So richtig warm ist es auch nicht. Alles klar, das haben wir uns schon gedacht. Fahrt vorsichtig weiter und bis später. Wir starten ja auch gleich…“. Die Damen kämpften sich – weitestgehend ohne Windschatten – durch und waren verdientermaßen stolz und zufrieden mit ihren Leistungen. Beide berichteten später mit leuchtenden Augen: „Boah war das windig, und der Regen und was für Anstiege.“ Einfach schön, solche Erlebnisse zu teilen. Bei uns waren die ersten 100 Kilometer zum Glück kein größeres Problem. Wir suchten uns passende Gruppen, wechselten uns im Wind ab und genossen dann auch wieder den verdienten Windschatten, wobei dies bei dem Sturm nicht immer ganz einfach war. Die Motivation der meisten FahrerInnen, im Wind zu fahren, hielt sich doch sehr in Grenzen. Konnte man nicht verdenken, machte die Sache für uns Herren aber auch nicht einfacher… . Nichtsdestotrotz kam irgendwann das 1. Hinweisschild „noch 150 km bis zum Ziel“ (Nur noch 50km bis zum Rückenwind) – wir hatten die 1. Hälfte unserer Tour durch diese wunderschöne Landschafft bereits geschafft – MEGA! Die Pausenstationen kamen immer zur richtigen Zeit. Die Verpflegung war sehr gut und teilweise hatten die vielen, fleißigen Helfer sogar warme Speisen für uns parat. Unser Tipp: 2-3 Gels als Notfallration reichen für unterwegs. Nur über die Durchsage, dass der Wind gegen Abend nachlassen würde – wir waren kurz vorm Wendepunkt der Strecke und somit war RÜCKENWIND angesagt – konnten wir uns nicht so richtig freuen… Ab Kilometer 240 wurde es dann doch anstrengend und die bis dahin weitestgehend ausgebliebenen körperlichen „Wehwehchen“ (Nacken, Schulter, Knie…) waren langsam nicht mehr weg zu ignorieren. Wir motivierten uns gegenseitig, versuchten den Kopf auszuschalten und peilten die letzte Pausenstation an. Diese erreichten wir nach ca. 275 Kilometern. Schnell noch einen Tee trinken, etwas essen und weiter. Und dann kamen die Ausrufe kurz vorm Ziel „ich hab‘ 300 Kilometer auf dem Fahrradcomputer, ich auch…“. Wahnsinn! (Schlagartig waren alle Befindlichkeiten vergessen …) Auf der Zielgeraden sammelten wir uns und fuhren, ebenfalls glücklich und stolz über unsere Leistungen, gemeinsam über die Linie. Unsere Namen, gefolgt mit dem Zusatz vom Buxtehuder SV, wurden über Lautsprecher durchgesagt. Einfach Gänsehaut pur und alle Mühen wert! Ein gemeinsamer Restaurantbesuch rundete unser Abenteuer MSR 2022 ab. Neue Pläne wurden noch nicht geschmiedet. Das kommt bestimmt im Sommer während einer entspannten Trainingstour…

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